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Chancenschenker

Resilienz - Das Schutzschild der Seele

Das Projektchancenschenker richtet sich an Kinder, die in Armut aufwachsen. Studien zeigen, dass diese Kinder schlechtere Chancen auf eine gute Entwicklung haben. Armutserfahrung im Kindesalter erhöht unter anderem  das Risiko von sozialen und emotionalen Auffälligkeiten, von problembehafteten Bildungsbiographien und schädlichem Gesundheitsverhalten. Das Projekt Chancenschenker versucht Kinder daher so zu stärken, dass sie auch schwierige Situationen und Startbedingungen unbeschadet überstehen. Die Frage, wie das funktionieren kann, steht nicht nur im Zentrum des Chancenschenkerprojekts, sondern erfährt in den letzten Jahren auch immer mehr Aufmerksamkeit in der psychologischen Forschung.

In der Psychologie wird in diesem Zusammenhang von Resilienz gesprochen. Resilienz heißt so viel wie Widerstandsfähigkeit und kann als Schutzschild der Seele bezeichnet werden. Die Erkenntnisse der Resilienzforschung werden in diesem Jahr verstärkt in die Arbeit von Chancenschenker einfließen. Im nächsten Austauschtreffen mit den Paten und Patinnen geben wir einen ersten Crash-Kurs zum Thema Resilienzfaktoren und schauen uns an, was eigentlich dafür sorgt, dass wir widrigen Umständen trotzen können.

Die Resilienzforschung unterscheidet zwischen Schutzfaktoren auf individueller Ebene und Schutzfaktoren auf der sozialen Ebene. Zu den sozialen Schutzfaktoren zählen zum Beispiel:

  • stabile, positive Beziehungen zu erwachsenen Bezugsperson,
  • ein wertschätzender, fürsorglicher Erziehungsstil,
  • Erwachsene, die als positive Vorbilder dienen,
  • und Freundschaften zu Gleichaltrigen.

Durch das Zurseitestellen zusätzlicher Unterstützer und Bezugspersonen wirkt Chancenschenker positiv auf die Schutzfaktoren auf sozialer Ebene. Resilienzförderung kann aber auch auf individueller Ebene stattfinden, indem man dem Kind hilft, Kompetenzen für den Umgang mit Belastungen zu entwickeln. Sieben solcher individuellen Kompetenzen sind der Schlüssel für eine starke Wiederstandskraft.

1. Akzeptanz: Die Fähigkeit Krisen anzunehmen und zu akzeptiert ist die Vorstufe der Bewältigung. Erst wenn Geschehenes und Unabänderliches akzeptiert wird, kann der Blick auf Lösungen und Zukunftsperspektiven gerichtet werden

2. Optimismus: Optimismus hilft zu erkennen, dass aus einer Krise in der Zukunft noch etwas Gutes entstehen kann. Dadurch können in schwierigen Situation und Krisen Chancen entdeckt werden

3. Selbstwirksamkeitsüberzeugung: Selbstwirksamkeitsüberzeugung ist das Wissen die eigene Situation und die Umwelt beeinflussen zu können

4. Verantwortung: In allen Lebenslagen, ob selbst verschuldet oder nicht, ist es wichtig, Verantwortung für sich und seine Situation zu übernehmen und so die Opferrolle zu verlassen

5. Netzwerkorientierung: Die Fähigkeit sich unterstützende Netzwerke aufzubauen und Hilfe anzunehmen, kann uns über schwierige Situationen hinweghelfen

6. Lösungsorientierung: Lösungsorientierung hilft den Fokus darauf zu richten, was einem gut tut und weiterbringt, statt gedanklich immer wieder um das Problem zu kreisen

7. Zukunftsorientierung: Zukunftsorientierung beschreibt die Fähigkeit sich selbst erreichbare Ziele zu setzen und motivierende Perspektiven zu schaffen.

Durch die Beschäftigung mit diesen Schutzfaktoren möchten wir unsere Paten und Patinnen dafür fit machen, für die Kinder positive Vorbilder zu sein und ihnen zu zeigen, wie man Krisensituationen im Alltag bewältigt. Ziel dabei ist nicht, dass Probleme an den Kindern abprallen, sondern den Kindern auf den Weg zu geben, dass sie den Problemen trotz aller Verletzlichkeit etwas entgegensetzen können.

Selber gemacht statt Fertigpizza-Kochkurs der Chancenschenker

Kochkurs

 Ausgestattet mit Schürzen und viel Neugierde kamen am Samstag, den 11. März acht Kinder und ihre PatInnen aus dem Projekt Chancenschenker im Familienzentrum Mettingen zusammen. Ein Kochkurs mit der Ernährungsberaterin Karin Wild stand auf dem Programm. Bei ihren Rezepten gehe es um einfache Sachen, die alle Kinder gerne essen und die sich aus regionalen Produkten kochen lassen, so Wild. Im Mittelpunkt stand der Hefeteig – süß und herzhaft, als Grundlage für Pizza, Brötchen oder süße Schnecken. Zwischendurch stärkten sich die jungen Köche mit frischen Gemüsesticks aus Karotten, Gurken und Kohlrabi, die mit Kräuterquark und einer Avocadocreme sogar Gemüseskeptikern schmeckten. Als Nachtisch gab es einen riesigen Topf mit Milchreis und Apfelbrei. Auch hier konnten die Kinder einen guten Tipp mit nach Hause nehmen: Apfelbrei ist kinderleicht – und man kann dafür gerade die Äpfel nehmen, die nicht mehr so schön ausschauen. Damit die Geschwister und die Eltern zuhause auch etwas von den Kochkünsten probieren konnten, formten alle zum Abschluss noch leckeres Gebäck aus süßem Hefeteig – da entstanden Kobras, Mäuse oder kunstvoll geflochtene Zöpfe.  Kochen ist gesund und macht Spaß – nach diesem Kochkurs werden sicherlich einige der Kinder öfter mal den Kochlöffel in die Hand nehmen.